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Vernehmlassung des Gesetzes über Jagd und Vogelschutz

Das Gesetz über Jagd und Vogelschutz stammt aus dem Jahre 1929 und ist damit eines der ältesten noch geltenden Gesetze des Kantons. Weil es in vielerlei Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen genügt, möchte der Kanton Zürich das Gesetz total revidieren und hat die Gemeinden, bis Freitag 14.07.2017 zur Vernehmlassung eingeladen. Diese Möglichkeit hat der Gemeinderat wahrgenommen.

Stellungnahme Gemeinderat Oberweningen



Im Sinne eines Generationenwerkes tragen Waldeigentümer, Forstdienst und Jagd eine gemeinsame Verantwortung für den Wald. Mit dem Entwurf des Jagdgesetzes wird die Chance verpasst, die Zürcher Waldeigentümer besser einzubinden. Die Jagd findet zum grossen Teil auf fremdem Eigentum statt. Man würde erwarten, dass die Waldeigentümer mit dem neuen Jagdgesetz ein besseres Mitspracherecht erhalten. Stattdessen will der Entwurf die Jagd zentralisieren und das Mitspracherecht der Grundeigentümer weiter einschränken.



Eine solch starke Zentralisierung ist für den Kanton Zürich erstaunlich, hat doch die Gemeindeautonomie im Kanton Zürich eine starke Stellung und immerhin gehört den Gemeinden ein Drittel der jagdbaren Waldfläche. Aus Waldeigentümersicht hat der Einbezug und die Mitbestimmung der Gemeinden grosses Gewicht. Nicht selten vertreten Forstvorstände und Forstrevierkommissionen der Gemeinden in Bezug auf Wald- und Wildfragen die Interessen des Privatwaldes auf Gemeindegebiet.



Das Jagdregal liegt beim Kanton und es macht Sinn, wenn der Kanton hier im Sinne einer Entlastung der Gemeinden eine gewisse Leadfunktion übernimmt. Im vorliegenden Entwurf des Jagdgesetzes ist Zentralisierungsgedanke jedoch zu stark betont. Die Zürcher Gemeinden als politische Einheiten, aber auch als Waldeigentümer, verlieren an Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten. Gleichzeitig werden sie auch aus ihrer Verantwortung entlassen. Bei der Vergabe der Jagdreviere zum Beispiel, hätten die Gemeinden künftig nicht mehr viel zu sagen.

Das neue Jagdgesetz sieht vor, dass die Wildschadenverhütung gemäss Waldgesetz gehandhabt wird. Waldeigentümer und Forstdienst begrüssen dies, da so die Wald-Wildsituation vermehrt in lokalen oder regionalen Wald-Wildkonzept gründlich aufgearbeitet und auf eine solide Basis gestellt werden kann. Positiv ist ebenfalls, dass weiterhin die Entschädigung von Wildschäden im Wald möglich ist. Ferner werden Rothirsch und Gämse jagdbar. Dies ist aus der Sicht der Zürcher Waldeigentümer und des Forstdienstes insbesondere beim Rothirsch wichtig. Dieser ist daran, sich im Kanton Zürich auszubreiten und kann grosse Schäden am Jungwald hinterlassen.



Das ALN erhält viele Kompetenzen. Der Faden der Zentralisierung zieht sich durch verschiedene Paragrafen. Bei folgenden Themen sollten die Gemeinden, stellvertretend für alle Waldeigentümer in einer geeigneten Art und Weise mitwirken können:



Bei der Jagdpachtvergabe, bei der Festlegung und bei Änderungen von Jagdreviergrenzen, bei Veränderungen der personellen Zusammensetzung der Jagdpächter, bei der Aufnahme der Wildbestände und bei der Planung des Abgangs.



Aus Sicht der Waldeigentümer wäre es wünschenswert, wenn im Gesetz oder in der Verordnung auch die Frage der jagdlichen Infrastrukturen (z.B. Hochsitze) Eingang finden würde. Unseres Erachtens ist es nötig, dass die Zustimmung des Grundeigentümers eingeholt wird. Dies ist leider nicht überall der Fall. Zudem sollten die Entfernung und die Entsorgung nicht mehr benötigter Einrichtungen geregelt sein.

Die Jagdgesetzrevision ist aus unserer Sicht eine Gelegenheit, die seit Jahren aktiven Jagdbezirksausschüsse auf eine klare rechtliche Grundlage zu stellen. Wir sind deshalb der Meinung, dass im Gesetz ein entsprechender Passus eingebaut werden soll.

Datum der Neuigkeit 28. Sept. 2017
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