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Gemeindewappen erkoren

18. Nov. 1928

Das Oberweninger Gemeindewappen

In der zwischen 1335 und 1345 entstandenen Züricher Wappenrolle kommen neun Wappen mit Mohren, sei es im Schild oder -überwiegend- als Helmzier, vor, wovon einige noch ins 13. Jahrhundert zurückgehen dürften. In den folgenden Jarhunderten nimmt die Beliebtheit des Mohren und der Mohrin als Wappenfigur zu, so daß man Wappen mit dieser Figur zu den häufigeren Wappen zählen darf.

Über die Entstehung des Oberweninger Gemeindewappens selbst hingegen ist wenig bekannt. Ein frühes Beispiel eines schwarzen Kopfes ist das wohl ins 13. Jh. zurückgehende Wappen des aus dem Aargau stammenden Dienstmannengeschlechts der Mandach. Die wohl wahrscheinlichste Theorie besagt, dass die Mandacher als Schutzpatron der Kirche den heiligen Mauritius in ihrem Wappen führen. Der Schutzheilige wurde als Märtyrer 302 n. Chr. (?) hingerichtet. Sein Gedenktag ist der 22. September. Mauritius war ein römischer Offizier, Anführer der 22., der thebäischen Legion, die in der Gegend um Theben, in Ägypten, ausgehoben worden war und nur aus Christen bestand. Mauritius hatte sich geweigert auf dem Weg nach Gallien auf kaiserlichen Befehl hin bei Agaunum, den alten Göttern zu huldigen und sich an der Verfolgung von Christen zu beteiligen und diese hinzurichten, obwohl er römischer Offizier war. Darauf wurde zur Strafe jeder zehnte römische Legionär hingerichtet, was aber ohne Erfolg blieb. Die Prozedur wurde wiederholt, und als auch dies nichts nützte, wurde die ganze Legion von Mauritius massakriert. Der Ortsname St. Maurice erinnert heute noch daran.
Dass der Mohr im Oberweninger Gemeindewappen den heiligen Mauritius darstellen könnte wird durch die Tatsache gestützt, dass das Wappen 1890 auf einem Chorfenster in der Kirche Schöfflisdorf dargestellt war.
Zuvor tauchte das Wappen zum ersten Mal 1860 auf einem Getreidesack, welcher im Zürcher Unterländer Museum aufbewahrt wird, auf. Dieser könnte an die Herren von Mandach bei Regensberg erinnern, welche einst in Oberweningen begütert waren und möglicherweise ihre Säcke mit dem Wappen kennzeichneten. Das Wappen wurde ebenfalls auf einem Windlicht der Feuerwehr und auf einer Sängerfahne abgebildet.

Dass das Wappen aus der Begegnungen mit den "Mauren", den arabischen Eroberern der Mittelmeerländer, im Zeitalter der Keuzzüge als Anlaß für die Wappenwahl genommen wurde ist eher unwahrscheinlich. Auch ist es eher unwahrscheinlich, dass der Einfluss der Familie Moor im Wehntal so dominant war, dass das Familienwappen auch zum Gemeindewappen wurde, zumal dies durch folgenden Gemeindeversammlungsbeschluss zu diesem wurde:

Auszug aus dem Gemeindeversammlungsprotokoll
(A1.50.4, Gemeinde-Protokoll 12.5.1907 - 26.11.56)

Gemeindeversammlung, den 18. Nov. 1928

3. Präsident Surber verliest ein Schreiben vom kant. Staatsarchiv betr. unserem Gemeindewappen. Dasselbe ist, wie die Nachforschungen der kant. Wappenkommission ergaben, angeblich "Ein Mohrenkopf in Gold". Auf Ansuchen des Gemeinderates gab Hr. Lehrer Hedinger in Regensberg mit Schreiben vom 19. Okt. 28 Aufklärung über den geschichtlichen Hintergrund desselben. Er teilt mit, dass seinerzeit die Ritter von Mandach, die in Oberweningen ausgedehnten Grundbesitz hatten, in ihrem Wappen einen "Mohrenkopf" führten, wahrscheinlich zur Erinnerung an die damaligen Kreuzzüge in den Orient. Ausserdem sei das Wappen auf der Sängerfahne von 1860 und an einem Fenster im Chor der Kirche zu Schöfflisdorf gemalt. Gestützt auf diese Ausführungen beantragt Jak. Merki-Meier, den gemeinderätl. Antrag auf Annahme zu genehmigen, was gutgeheissen wird.

Ob der Mohr in unserem Gemeindewappen nun ursprünglich ein Mann auf dem Dach (Mandach), der Schutzheilige Mauritius oder eine Kombination von beiden ist, ist wahrscheinlich nicht mehr eruierbar. Sicher besteht aber eine Beziehung zu den Herren von Mandach.

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